42-Milionen-Knatsch beim Bund: Änderung der Beschwerdestrategie

11. Januar 2010

Sieben kleinere Unternehmen haben sich vom Beschwerdeprozess um den 42-Millionen-Auftrag des Bundes an Microsoft zurückgezogen.


Die Schweizer Open-Source-Community passt ihre Strategie bei der Beschwerde gegen die Vergabe eines 42-Millionen-Auftrags des Bundes an Microsoft an. Insgesamt 18 Open-Source-Unternehmen hatten ursprünglich geklagt, weil der Bund einen 42-Millionen-Auftrag für Softwarelizenzen inklusive Support ohne öffentliche Ausschreibung an Microsoft vergeben hatte. Nun haben sieben der 18 Unternehmen ihre Klage zurückgezogen.
Begründet wird der Rückzug damit, dass die Bundesverwaltung kritisierte, einige der Unternehmen, die sich beschwerten, seien vom Fall gar nicht betroffen und deshalb nicht beschwerdeberechtigt. Aus diesem Grund musste jedes der 18 Unternehmen quasi darlegen, dass man für eine Beschwerde legitimiert sei. "Obwohl offensichtlich ist, dass alle Beschwerdeführer kompetent hochqualitative Informatik-Dienstleistungen für Open-Source-Lösungen erbringen können und dies in grossen IT-Projekten täglich beweisen, versuchte der Bund, den Gerichtsprozess durch Formalitäten zu verzögern", schreibt Dr. Matthias Stürmer, Mediensprecher der Beschwerdeführer und Vorstandsmitglied Verein Swiss Open Systems User Group /ch/open. Und weiter: "Um der Prozessverzögerung entgegen zu wirken haben sich die Beschwerdeführer dazu entschlossen, sieben der kleineren Unternehmen zurückzuziehen."
Mit dem Schritt hofft man, dass der Gerichtsprozess nun auf den tatsächlichen Streitgegenstand fokussiert und von formellen Verfahrensfragen entlastet wird.
(Marcel Wüthrich)

Themenverwandtes
Keine Beschwerde der Open-Source-Gemeinde
Der Kanton Bern hat Ende Mai angekündigt, dass er für rund 27 Millionen Franken Microsoft-Lizenzen kaufen werde. Damit sollten die bestehenden Microsoft-Kantonslizenzen 2005 bis 2010 weiter
Fette IT-Bundesaufträge vergeben
Fette IT-Bundesaufträge vergeben
Sybor steht hoch in der Gunst des Bundes. Eine im August gestartete WTO-Ausschreibung für Informatikdienstleistungen in den Bereichen Innovation und Software-Entwicklung konnte der weiter
Bund und Microsoft verärgern Open-Source-Gemeinde
Bund und Microsoft verärgern Open-Source-Gemeinde
Der Bund hat im freihändigen Verfahren einen 42-Millionen-Auftrag an Microsoft vergeben, ohne eine öffentliche Ausschreibung zu machen. Wie die NZZ heute schreibt, sehen sich Konkurrenten weiter
Kommentare
Kommentar verfassen
Kommentar verfassen
Name:

Message:
Spamschutz:
Bitte geben Sie das Resultat dieser Rechenaufgabe ein

Artikel Bewertung

HEFTARCHIV

In der aktuellen Ausgabe:

  • PC-Markt Schweiz ist geschrumpft
  • Sun-Partner sind verunsichert
  • 3D im Fokus der Cebit
  • Cablecom will sich jetzt mehr um die Kunden kümmern
  • Lenovo kümmert sich um Partner
zum Archiv

KONTAKT ZUR REDAKTION

 

Sie wollen uns etwas mitteilen? Anregungen, Kritik, Lob oder Stories? Dann schreiben Sie uns einfach eine E-Mail an die Swiss IT Reseller-Redaktion.
E-Mail-Adresse

IT-Reseller Daily

IT-Reseller Weekly

Abonnieren!
Mehr Infos über die Newsletter


Vogel Business Media


Industrie


Auto & Mobilität


Informations-
technologie


Recht /
Wirtschaft /
Steuern


Fachbücher


Services