Steuerhinterziehung und Geldwäscherei bei Fastweb?

24. Februar 2010

Die Swisscom-Tochter Fastweb stand bereits bei ihrer Übernahme unter dem Verdacht der Steuerhinterziehung. Nun kommt auch noch der Verdacht auf Geldwäscherei dazu.


Die italienische Swisscom-Tochter Fastweb steht unter dem Verdacht der Steuerhinterziehung. Die bereits bei der Übernahme im 2007 bestehende rechtliche Untersuchung bezog sich auf den Einkauf von Leistungen, in deren Einstandspreisen die italienische Mehrwertsteuer enthalten war. Obwohl diese Tatsache Swisscom bei der Übernahme bekannt war, wurde der Telekom-Anbieter nun mit neuen Vorwürfen der italienischen Behörden überrascht.

Demnach kommt zum Mehrwertsteuerbetrug nun auch der Vorwurf der Geldwäscherei hinzu, welcher sich an das Personal der missbräuchlich handelnden Drittfirmen und der beteiligten Firmen richtet. Gegenüber 56 Personen wurden Haftbefehle ausgestellt, erste Festnahmen sollen bereits erfolgt sein, wie Swisscom in einer Mitteilung schreibt. Betroffen seien auch fünf Personen des früheren Managements und Mitarbeiter von Fastweb. Konkret gesucht werden sollen laut Medienberichten Silvio Scaglia, Gründer von Fastweb, der aktuelle Geschäftsführer Stefano Parisi und der damalige Fastweb-Verwaltungsrat Mario Rossetti. Scaglia habe über seinen Rechtsanwalt ausrichten lassen, dass er im Ausland weile und bereit sei, sich der Polizei zu stellen. Gleichzeitig soll er sich für unschuldig erklärt haben. Die Gesamtsumme hinterzogener Mehrwertsteuern soll sich auf zwei Milliarden Euro belaufen, wovon 40 Millionen auf Fastweb fallen.

Wie Swisscom weiter schreibt, sei das Unternehmen an einer raschen Klärung der Vorwürfe interessiert und sichere den italienischen Strafverfolgungsbehörden die volle Unterstützung bei der Klärung der Vorwürfe zu.
(Tanja Henz)
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Kommentar 1: Predictor(nicht reg.) vom 25.02.10 09:21
In der Regel werden Akquisitionen im Ausland zu wenig geprüft, oder nur von den Leuten die Zahlen hin- und herbiegen. Deutsche Telekom, Daimler (Chrysler) und so weiter. Wem es zu wohl wird, der geht halt aufs Eis.

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