Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) hat die Ausschreibung für die Swiss Government Cloud (SGC) auf der Beschaffungsplattform Simap publiziert. Mit der neuen Infrastruktur will der Bund seine bestehenden Cloud-Kapazitäten modernisieren und eine Grundlage für die weitere Digitalisierung der Verwaltung schaffen. Das Angebot soll künftig auch Kantonen und Gemeinden offenstehen.
Die Ausschreibung ist technologieneutral und schreibt weder bestimmte Hersteller noch Produkte vor. Um Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern zu reduzieren, kann ein Unternehmen nur in einem der drei Lose einen Zuschlag erhalten. Damit will der Bund unter anderem seine digitale Souveränität stärken.
Das maximale Beschaffungsvolumen beläuft sich auf jeweils zwei Milliarden Franken für die beiden Public-Cloud-Stufen und drei Milliarden Franken für die Private Cloud. Die insgesamt sieben Milliarden Franken stellen allerdings keine fest zugesicherten Ausgaben dar, sondern den maximal möglichen Beschaffungsumfang über die gesamte Vertragslaufzeit von 14 Jahren. Abgerechnet werden ausschliesslich tatsächlich bezogene Leistungen nach dem Pay-as-you-use-Prinzip.
Die Zuschläge werden für sieben Jahre vergeben, danach ist eine erneute Marktöffnung vorgesehen. Das Beschaffungsverfahren erfolgt in zwei Phasen: Zunächst können sich interessierte Unternehmen während 60 Tagen präqualifizieren, anschliessend folgt die eigentliche Angebotsphase.
Die SGC basiert auf einem Hybrid-Multi-Cloud-Modell mit drei unterschiedlichen Cloud-Stufen. Die erste Stufe, "Global Reach", umfasst Public-Cloud-Dienste international tätiger Anbieter und soll insbesondere skalierbare und innovative Anwendungen ermöglichen. Hier sind Zuschläge an zwei Anbieter vorgesehen. Die zweite Stufe, "Enhanced Data Governance", setzt ebenfalls auf Public-Cloud-Dienste, verlangt jedoch, dass Daten ausschliesslich in der Schweiz gespeichert und bearbeitet werden. Zudem sollen Open-Source-Lösungen zum Einsatz kommen. Auch in dieser Kategorie werden zwei Anbieter berücksichtigt. Die dritte Stufe, "On-Premise", ist als Private Cloud für besonders schutzwürdige Anwendungen konzipiert. Datenhaltung und -bearbeitung erfolgen dabei in den Rechenzentren des Bundes. Neben einer möglichst weitgehenden Kontrolle über Daten und Infrastruktur soll bei Bedarf auch ein autonomer Betrieb möglich sein. Für diese Stufe ist ein einziger Zuschlag vorgesehen.
(sta)