Open AI: Gemeinnützig oder hochprofitabel?
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Open AI: Gemeinnützig oder hochprofitabel?

Das Unternehmen hinter der KI ChatGPT beugt sich dem öffentlichen Druck – und der Kritik von Elon Musk. Es verbleibt unter gemeinnütziger Kontrolle. Doch der scheinbare Rückwärtsgang könnte sich kommerziell sogar lohnen.
7. Mai 2025

   

Darf eine KI rein profitorientiert sein – oder soll sie dem Gemeinwohl dienen? Diese Frage warf im Fall ChatGPT öffentlich grosse Wellen. Und sie eskalierte zur persönlichen Fehde zwischen dem OpenAI-CEO Sam Altman und dem Tesla Tycoon Elon Musk. Der reichste Mann der Welt drohte gar mit einer Firmenübernahme.

Der neuste Stand der Dinge: Der kommerzielle Teil von OpenAI wird in eine sogenannte Public Benefit Corporation (PBC) überführt. Dieses Konstrukt ist per Definition sowohl den Investoren als auch der Gesellschaft verpflichtet.


Das muss aber keine Niederlage für Sam Altman und sein Unternehmen sein. Die Gründe: Eine Public Benefit Corporation ist nicht per se eine gemeinnützige Körperschaft. Zwar kann OpenAI in der neuen Form nicht einfach nach Belieben Wettbewerber aufkaufen oder exklusive Deals mit Kunden verhandeln. OpenAI unterliegt in den USA zudem der Kontrolle durch die Generalstaatsanwälte.
Doch die neue PBC bietet auch klare Vorteile: Für Investoren fällt die Renditebegrenzung weg (bisher Deckelung beim 100-fachen des eingesetzten Kapitals). Und selbst in der neuen Rechtsform dürfen nach wie vor Gewinne ausgeschüttet werden.

Politisch gesehen ist ein OpenAI "unter gemeinnütziger Kontrolle" viel weniger angreifbar als ein profitorientierter Blue Chip. Und KI wird auch in Zukunft der öffentlichen Kritik ausgesetzt sein: Die Angst vor Manipulation der öffentlichen Meinung geht um. Nutzer wie Gewerkschaften fürchten die Streichung von Arbeitsplätzen. Zudem steht eine dereinstige AGI, also allgemeine KI, für grosse unternehmerische Machtkonzentration.


Kurz: Die Public Benefit Corporation dürfte OpenAI sowohl wirtschaftlich wie reputationsmässig Vorteile bieten. (spf)


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