Die Marktanalysten von Gartner haben ihre Einschätzungen über die Auswirkungen der laufenden Speicherkrise publik gemacht und haben kaum Erfreuliches zu vermelden. So gehen die Analysten davon aus, dass der weltweite PC-Absatz um 10,4 Prozent einbrechen wird, während die Smartphone‑Auslieferungen um 8,4 Prozent abnehmen sollen. Das Konkurrenzinstitut IDC rechnet hier sogar mit einem Einbruch von fast 13 Prozent ("IT Reseller"
berichtete).
Weiter geht Gartner davon aus, dass die Preise für DRAM und Solid-State-Laufwerke bis Ende des Jahres um insgesamt 130 Prozent ansteigen werden. In der Folge sollen sich PCs um 17 Prozent und Smartphones um 13 Prozent gegenüber Vorjahr verteuern. Laut Analyst Ranjit Atwal ist auch davon auszugehen, dass die höheren Preise die Auswahl an verfügbaren Geräten einschränken werden. Dies soll die Käufer dazu veranlassen, ihre Geräte länger zu behalten, was wiederum Auswirkungen auf den Upgrade-Zyklus haben wird.
Bei Gartner geht man auch davon aus, dass die Lebensdauer von PCs bis Ende des Jahres für Geschäftskunden um 15 Prozent und für Privatanwender um 20 Prozent steigen wird. Die Speicherkosten sollen weiter einen Höchststand von 23 Prozent der gesamten Materialkosten eines PCs erreichen, im Vorjahr waren es noch 16 Prozent. Da die Anbieter die Kosten nicht absorbieren können, würden Laptops der Einsteigerklasse mit geringen Margen unrentabel werden. Entsprechend geht man bei Gartner davon aus, dass das Segment der Einstiegs-PCs unter 500 Dollar bis 2028 verschwinden wird. Die steigenden Preise hätten ausserdem zur Folge, dass die für KI-PCs prognostizierte Marktdurchdringung von 50 Prozent bis 2028 verzögert werde.
(rd)