Die Ausgaben für Künstliche Intelligenz in Europa werden laut einer neuen Prognose von IDC bis zum Jahr 2029 auf rund 290 Milliarden US-Dollar anwachsen. Das entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 33,7 Prozent im Zeitraum von 2025 bis 2029. Einen wesentlichen Anteil daran soll Generative KI haben, die bis zum Ende des Prognosezeitraums voraussichtlich rund 54 Prozent des Gesamtmarktes ausmachen wird.
2026 zeigt sich laut IDC bereits ein deutlicher Wandel im Umgang mit KI: Unternehmen in Europa verabschieden sich aktuell zunehmend von experimentellen Pilotprojekten und integrieren KI strategisch in ihre Geschäftsprozesse. "Trotz geopolitischer Spannungen und Störungen in den Lieferketten bleibt der KI-Markt dynamisch und vollzieht einen raschen Wandel von der experimentellen Phase hin zu einer operativen und strategischen Komponente für Unternehmen", sagt Carla La Croce, Research Managerin, Data and Analytics, bei
IDC. "Unternehmen betrachten KI nicht mehr als eigenständiges Werkzeug – sie positionieren sie neu als strategischen Aktivposten, um ihre Geschäftsmodelle zu transformieren. Das Aufkommen von KI-Tools mit eigenständigem Handlungsvermögen hat diese Transformation dringlicher und tiefgreifender gemacht, als viele erwartet hatten."
Den grössten Anteil an den Investitionen sichert sich derzeit der Softwarebereich, der 2026 mehr als die Hälfte der gesamten KI-Ausgaben ausmacht und gleichzeitig das am schnellsten wachsende Segment ist. Branchenseitig führt der Bankensektor die KI-Investitionen in Europa an. Anwendungen wie Betrugserkennung, Risikoanalyse und automatisierter Kundenservice stehen dabei im Fokus. Dahinter folgen Software- und IT-Dienstleister, die vor allem in Infrastruktur investieren, sowie der Einzelhandel, der KI zunehmend für personalisierte Angebote, Preisoptimierung und Lieferkettensteuerung nutzt.
Die treibenden Faktoren hinter dem starken Marktwachstum sind laut IDC branchenunabhängig messbare Effizienzgewinne, verbesserte Kundenerlebnisse und optimiertes Risikomanagement. Gleichzeitig sehen die Analysten aber auch Herausforderungen, darunter regulatorische Unsicherheiten im Zuge des europäischen AI Acts, den anhaltenden Fachkräftemangel im KI-Bereich sowie steigende Kosten für Cloud-Infrastrukturen.
(sta)