Vorgezogene Lieferungen halten Smartphone-Markt über Wasser
Quelle: Depositphotos

Vorgezogene Lieferungen halten Smartphone-Markt über Wasser

Noch bleibt der Smartphone-Markt im ersten Quartal 2026 im Plus. Doch die Analysten gehen aufgrund der Komponentenkrise von einem baldigen Knick aus.
13. April 2026

   

Der globale Smartphone-Markt ist laut dem Marktforschungsunternehmen Omdia mit einem Plus von 1 Prozent im ersten Quartal 2026 stärker gewachsen als erwartet. Dieses Wachstum täuscht aber über die tatsächlichen strukturellen Belastungen hinweg, schlussfolgern die Analysten. Denn der Hintergrund ist vor allem ein Vorziehen von Lagerbeständen in den Vertriebskanal, wodurch die Lieferzahlen kurzfristig gestützt wurden, ohne dass sich darin die realen Marktdynamiken widerspiegeln.

Gleichzeitig verschärft sich aber der Kostendruck aufgrund der Komponentenkrise entlang der gesamten Wertschöpfungskette deutlich. Insbesondere Preise für Speicherkomponenten wie DRAM und NAND sind im ersten Quartal um rund 90 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen und dürften im zweiten Quartal nochmals um etwa 30 Prozent zulegen. Diese Entwicklung erhöht die Produktionskosten laut Omdia erheblich, während viele Hersteller Preiserhöhungen im Endkundenmarkt bislang nur teilweise umgesetzt haben. Zusätzliche Unsicherheiten entstehen durch erste Störungen in der Logistik.


"Den Herstellern bleibt kaum eine andere Wahl, als die Preise anzuheben, da der Kostendruck zunimmt", sagt Sanyam Chaurasia, Principal Analyst bei Omdia. "Zwar finden Preiserhöhungen branchenweit statt, doch sind die Auswirkungen nicht einheitlich. Hersteller mit grösserer Präsenz im Einstiegs- und Mittelklassesegment, wie Xiaomi und Transsion, sind aufgrund geringerer Margen und begrenzter Preissetzungsmacht stärker betroffen." Im Gegensatz dazu habe Apple seine Preise weitgehend stabil gehalten, während Samsung einen selektiveren Marktansatz verfolge. "Über die allgemeinen Preiserhöhungen hinaus steuern die Anbieter ihre Margen auch durch Konfigurationsänderungen, reduzierte Werbeaktionen und strengere Preisvorgaben für den Vertrieb. Dies schafft ein komplexeres Preisumfeld, in dem Finanzierungsangebote und Trade-Ins eine grössere Rolle bei der Stützung der Nachfrage spielen."

Für den weiteren Jahresverlauf erwartet Omdia eine zunehmende Belastung des Marktes. Kurzfristig könnten höhere Preise zu einer spürbaren Kaufzurückhaltung führen, da Konsumenten Anschaffungen verschieben. Und die derzeitige Unsicherheit hinsichtlich Verfügbarkeit und Preisentwicklung führt bereits dazu, dass Vertriebspartner ihre Lagerbestände erhöhen. Dies stützt die Auslieferungen zwar vorübergehend, verschiebt jedoch die eigentlichen Probleme lediglich nach hinten. Insgesamt rechnet Omdia damit, dass sich der globale Smartphone-Markt im Jahr 2026 deutlich abschwächt und der Absatz infolge steigender Kosten und makroökonomischer Unsicherheiten um rund 15 Prozent zurückgehen könnte. (sta)


Weitere Artikel zum Thema

Die zehn meistverkauften Smartphones im Q4 2025

9. April 2026 - Apple belegt auf der Liste der weltweit meistverkauften Smartphones im vierten Quartal 2025 die ersten vier Plätze und kann den Marktanteil von iOS deutlich steigern.

Apple Watch zu gewinnen bei der Channel-Lohnumfrage 2026

2. April 2026 - Die Channel-Lohnumfrage 2026 von "IT Reseller" will zeigen, wie es um die Saläre im Schweizer IT-Channel steht. Wer teilnimmt, trägt zur Auswertung bei und hat gleichzeitig die Chance auf eine Apple Watch Series 11, ein Xiaomi-Smartphone und weitere Gadgets.

Samsung verschärft Sparkurs bei Mobilgeräten

18. März 2026 - Samsung weitet seinen Sparkurs nun auch auf die Sparte für Smartphones, Tablets und andere Mobilgeräte aus. Grund dafür sind vor allem stark gestiegene Kosten für Speicherchips sowie höhere Logistikkosten.


Artikel kommentieren
Kommentare werden vor der Freischaltung durch die Redaktion geprüft.

Anti-Spam-Frage: Wie hiess im Märchen die Schwester von Hänsel?

GOLD SPONSOREN
SPONSOREN & PARTNER