Samsung konnte auf den letzten Drücker einen Streik abwenden, der eigentlich mit dem heutigen 21. Mai hätte beginnen und 18 Tage hätte dauern sollen. Medienberichten zufolge hatte dazu die südkoreanische Regierung interveniert, um den Streik, der vor allem in der Speicherproduktion für weltweite Verwerfungen gesorgt hätte, abzuwenden.
Im der Streikandrohung ging es im Wesentlichen darum, in welchem Ausmass die Mitarbeitenden von
Samsung an den Rekordgewinnen partizipieren können, die Samsung derzeit vor allem aufgrund der hohen Chipnachfrage erzielt. Die Forderung der Gewerkschaften lautete, dass 15 Prozent der Gewinne als Bonus verwendet werden, wobei davon 70 Prozent gleichmässig verteilt und der Rest erfolgsabhängig auf die Abteilungen aufgeteilt werden soll. Samsung hat sich laut "
Heise" offenbar vor allem mit der Forderung nach den Boni schwergetan, die unabhängig von der Leistung ausgeschüttet werden sollen.
Wie nun unter anderem die "FAZ" unter Berufung auf koreanische Medien
schreibt, sieht die nun geschlossene Einigung Lohnerhöhungen von 6,5 Prozent vor sowie einen Bonus von 10,5 Prozent des Gewinns vor. Die Boni sollen zum Teil in Aktien über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren ausbezahlt werden. Dazu müssen allerding bestimmte Ziele in der Chip-Sparte erreicht werden – etwa ein Betriebsgewinn von 200 Billionen Won in den Jahren bis 2028 und 100 Billionen Won in den Jahren 2029 bis 2035. Im laufenden Jahr könnte Samsung Prognosen zufolge auf einen Gewinn von bis zu 300 Millionen Won kommen, was gemäss der Vereinbarung zur Folge hätte, dass in der Chip-Sparte Mitarbeitende so einen Bonus von umgerechnet bis zu 380'000 Franken (600 Mio. Won) erhalten könnten.
Der Streik ist vorerst lediglich bis auf weiteres ausgesetzt. Bis zum 28. Mai sollen die Gewerkschaftsmitglieder über den Vorschlag abstimmen können. Die Börse reagierte auf die Abwendung des Streiks mit einem Plus von 7 Prozent, womit die Verluste der letzten Tage bei Samsung wieder kompensiert wurden.
(mw)