Nach vorläufigen Zahlen der Marktforscher von IDC gingen die weltweiten Smartphone-Auslieferungen im zweiten Quartal 2026 um 6,7 Prozent auf 277,5 Millionen Geräte zurück. Damit verzeichnet der Markt bereits das zweite Quartal in Folge einen Rückgang. Als Hauptgrund nennen die Analysten die anhaltende Speicherkrise. Die Preise für Speichermodule liegen demnach inzwischen fast 300 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Und bei günstigen Smartphones machen Speicherkomponenten mittlerweile mehr als 65 Prozent der Materialkosten aus. Besonders Hersteller mit einem starken Fokus auf Einstiegsgeräte geraten dadurch unter erheblichen Kostendruck. "Es handelt sich nicht um einen einheitlichen Abschwung; die Speicherkrise begünstigt Premium-Anbieter und bestraft Hersteller, die im Low-End-Segment tätig sind", erklärt Nabila Popal, Senior Research Director für Worldwide Consumer Devices bei
IDC.
Premium-Anbieter wie Apple und
Samsung konnten ihren Absatz hingegen steigern. Apple erzielte gar ein Rekordergebnis für ein zweites Quartal. Als Treiber nennt IDC die anhaltend hohe Nachfrage nach dem iPhone 17 sowie Vorzieheffekte aufgrund erwarteter Preiserhöhungen. Für das Gesamtjahr rechnet das Marktforschungsinstitut mit einem Rekordmarktanteil von 22 Prozent für
Apple.
Unter den chinesischen Herstellern blieben Xiaomi, Oppo und Vivo zwar auf ihren bisherigen Platzierungen im Herstellerranking, mussten jedoch stärkere Absatzrückgänge hinnehmen. Vor allem das für sie wichtige Preissegment unter 200 US-Dollar gestaltet sich schwierig. Eine Ausnahme bildet Huawei. Der Hersteller steigerte seine Auslieferungen im Jahresvergleich um 20,9 Prozent. IDC führt dies auf stabile Preise im chinesischen Heimatmarkt, gezielte Verkaufsaktionen, eine hohe Markentreue der Kunden sowie eine breitere Produktpalette über verschiedene Preisklassen hinweg zurück.
"Die Speicherkrise hat den Smartphone-Markt in zwei Teile gespalten. An der Spitze setzen sich Apple und Samsung immer weiter ab, da sie sich frühzeitig die Versorgung gesichert haben und Geräte verkaufen, bei denen der Anteil des Speichers an den Materialkosten geringer ist", so Francisco Jeronimo, Vizepräsident für Worldwide Client Devices bei IDC. "Am unteren Ende der Skala müssen die Anbieter, die auf billige Geräte mit hohen Stückzahlen setzen, die Folgen tragen – ebenso wie ihre Kunden. Dies ist eine Krise, die Grösse, gute Lieferbeziehungen und ein Premium-Sortiment belohnt."
(sta)