Der weltweite Markt für Cloud-Infrastrukturdienste hat im dritten Quartal 2026 einen neuen Rekord erreicht. Laut aktuellen Zahlen der Synergy Research Group stiegen die Unternehmensausgaben für Cloud-Dienste gegenüber dem Vorjahresquartal um 55 Prozent auf 167,7 Milliarden Dollar. Damit hat sich die Wachstumsrate bereits das zwölfte Quartal in Folge beschleunigt. Innerhalb von nur acht Quartalen hat sich das Marktvolumen verdoppelt. Auf die vergangenen zwölf Monate gerechnet beliefen sich die Umsätze auf 558 Milliarden Dollar.
Als wichtigsten Wachstumstreiber bezeichnet Synergy wenig überraschend künstliche Intelligenz. Seit der Einführung von ChatGPT Ende 2022 sei der Cloud-Markt um 185 Prozent gewachsen, während sich die jährlichen Wachstumsraten verdreifacht hätten. KI-spezifische Cloud-Dienste machen inzwischen rund ein Drittel des Gesamtmarktes aus. Besonders stark entwickelten sich im dritten Quartal die öffentlichen IaaS- und PaaS-Dienste mit einem Wachstum von 59 Prozent.
Unter den grossen Cloud-Anbietern behauptet AWS mit einem weltweiten Marktanteil von 26 Prozent seine Führungsposition.
Microsoft folgt mit 19 Prozent vor
Google mit 16 Prozent. Die beiden Verfolger weisen allerdings weiterhin deutlich höhere Wachstumsraten auf als
AWS. Besonders dynamisch entwickeln sich auch spezialisierte KI-Cloud-Anbieter, sogenannte Neoclouds. Dazu zählen beispielsweise Coreweave, Crusoe, Nebius, Fluidstack, Together AI und Nscale. Auch Oracle gehört zu den besonders schnell wachsenden Anbietern. Zudem gewinnen OpenAI und Anthropic mit ihren Plattformdiensten an Bedeutung. Und SpaceX/SI hat es nach dem Einstieg in das Cloud-Geschäft im laufenden Jahr bereits unter die zehn grössten Anbieter geschafft.
Regional betrachtet bleiben die USA der mit Abstand grösste Cloud-Markt. Auf diesen Markt entfallen inzwischen 44 Prozent der weltweiten Ausgaben. Gleichzeitig verzeichnen die USA unter den grossen Volkswirtschaften das stärkste Wachstum. In Europa sind Grossbritannien und Deutschland die grössten Märkte, während Irland, Norwegen, Dänemark, Finnland und die Niederlande die höchsten Wachstumsraten aufweisen.
(sta)