Noch im vergangenen März stand die Also-Aktie spürbar unter Druck, nachdem ein UBS-Analyst seine Kaufempfehlung angepasst hatte ("IT Reseller"
berichtete). Mit den jetzt vorgestellten Zahlen zum ersten Halbjahr 2026 dürften die Anleger hingegen mehr als zufrieden sein. Der Distributor aus Emmen konnte seinen Konzerngewinn um 61 Prozent auf 69 Millionen Euro steigern, das EBITDA legte um 29 Prozent auf 162 Millionen Euro zu und der Umsatz verzeichnete ein Plus von 21 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro. Diese Entwicklung sei vor allem auf steigenden Rechenbedarf, wachsende Datenmengen und den zunehmenden KI-Einsatz zurückzuführen, heisst es seitens
Also. Und der Rückenwind ist in allen Geschäftsbereichen zu spüren. Sowohl das Commercial- als auch das Consumer-Segment konnten Marktanteile gewinnen.
Besonders dynamisch entwickelte sich demnach aber das Cloud-Geschäft, dessen Umsatz auf 1,1 Milliarden Euro (+31%) stieg und laut Also einen Plus der Unique User auf 6 Millionen (+9%) sowie eine höhere Monetarisierung je Nutzer (+12%) vorweisen kann. Zudem konnte der Distributor unter anderem durch Optimierungen in der Logistik und Effizienzsteigerungen in der Organisation zusätzliche Kosteneinsparungen erreichen und die EBITDA-Marge auf 2 Prozent steigern.
Entsprechend zufrieden zeigt sich CEO Wolfgang Krainz (Bild): "Die IT-Industrie bietet dank kontinuierlicher Innovationszyklen attraktive Wachstumschancen. Die getätigten Investitionen in unser Ökosystem, unsere Plattformen sowie unsere operative Exzellenz haben die Grundlage für die profitable Skalierung von Wachstum geschaffen, um so nachhaltigen Mehrwert für unsere Partner und Aktionäre zu generieren." Also verweist darauf, dass die Integration der neuen Gesellschaften (UK, Irland, Frankreich, Italien) weiterhin nach Plan verläuft. Darüber hinaus könnten künftig weitere Übernahmen auf der Agenda stehen, wie es aus Emmen heisst.
Vor dem Hintergrund geopolitischer Entwicklungen sowie der begrenzten Vorhersehbarkeit von Nachfrage-, Preis- und Investitionsentwicklung zeigt sich Also mit Blick in die Zukunft aber vorsichtig und schraubt die Prognose nicht nach oben. Stattdessen bestätigt das Unternehmen das bisher erwartete EBITDA zwischen 300 und 340 Euro sowie einen ROCE (Return on Capital Employed) grösser 20 Prozent. "Mittelfristig sieht Also unverändert attraktive Wachstumsperspektiven. Das Unternehmen verfügt mit seinem Ökosystem sowie den in den vergangenen Jahren aufgebauten Plattformen für Cloud, KI, IoT, Cybersecurity und Virtualisierung über eine starke Ausgangsbasis", heisst es in einer Mitteilung.
(sta)