Das Lohnwachstum in der Schweizer ICT-Branche hat sich 2026 nochmals abgeschwächt. Laut der neuesten ICT-Salärstudie von
SwissICT steigt der Gesamtmedian gegenüber dem Vorjahr lediglich um 0,2 Prozent. Bereits 2025 hatte das Plus nur noch 0,4 Prozent betragen, nachdem die Löhne 2023 und 2024 noch um 1,8 beziehungsweise 1,7 Prozent gestiegen waren.
Allerdings entwickelt sich der Markt je nach Qualifikationsstufe sehr unterschiedlich. Die Löhne auf Junior- und Professional-Stufe sowie auf unteren und mittleren Managementstufen sind laut den Zahlen kaum mehr gestiegen. Ein Senior verdient 2026 im Mittel 130'650 Franken, praktisch gleich viel wie im Vorjahr. Junior-Löhne wuchsen seit 2020 nur um 1,3 Prozent, Professionals um 1,9 Prozent, das untere Management liegt mit minus 0,5 Prozent nominal sogar unter dem Stand von 2020, wie SwissICT schreibt. Derweil legen ausgewiesene Spezialisten weiter zu. Senior Experts kommen 2026 auf einen Medianlohn von 177'938 Franken, 2,8 Prozent mehr als im Vorjahr und 16,2 Prozent mehr als 2020. Damit verdienen sie im Median auch deutlich mehr als Beschäftigte im mittleren Management, die auf 156'000 Franken kommen. Das obere Management verzeichnet seit 2020 seinerseits einen Zuwachs von 17,9 Prozent.
Besonders gefragt seien Fachkräfte mit Kompetenzen in Bereichen wie KI, Cloud, Cybersecurity oder Daten, erklärt Urs Gurtner-Oesch, Leiter der Arbeitsgruppe ICT-Saläre von
SwissICT. "Wer heute Fachleute für KI, Cloud, Cybersecurity oder Daten sucht, konkurriert in einem Markt, in welchem die Nachfrage das Angebot übersteigt. Das spiegeln unsere Zahlen deutlich." Und weiter: "Die Regel, dass Erfahrung und Hierarchie automatisch den höchsten Lohn bedeutet, gilt nicht mehr generell. Entscheidend ist, auf welchen Skills die Erfahrung beruht." Auch bei Neueinstellungen von Berufseinsteigern steigen die Löhne: Juniors erhalten 2026 im Mittel 80'000 Franken, 2,6 Prozent mehr als im Vorjahr.
Die Studie beleuchtet nebst den Löhnen auch die Arbeitsbedingungen in der Branche. Daraus geht etwa hervor, dass 94 Prozent der teilnehmenden Unternehmen Home Office ermöglichen, lediglich 6 Prozent verlangen vollständige Büropräsenz. Die Kosten tragen jedoch überwiegend die Mitarbeitenden selbst: 83 Prozent der Unternehmen leisten keine finanzielle Entschädigung für Home Office und 92 Prozent stellen dafür keine materielle Ausstattung bereit.
Die ICT-Salärstudie 2026 basiert auf 37'112 erfassten Salären aus 214 Schweizer Unternehmen.
Verschiedene Versionen der Studie können über SwissICT bezogen werden.
(mw)