Wer bei Arbeitssicherheit nur an Schutzhelme, Baugruben oder Produktionshallen denkt, übersieht einen wichtigen Punkt: Auch in der ICT-Branche, in welcher viel Büroarbeit geleistet wird, gehören Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz zu den zentralen Aufgaben eines Unternehmens. Zwar lauern die Risiken selten an Maschinen oder Werkbänken, dafür sind Überlastung, Stress, ergonomische Probleme oder psychische Belastungen relevant.
Die Autorin
Sabina Sturzenegger ist Leiterin Kommunikation bei Swico.
Verantwortung auf beiden Seiten
Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind ausserdem verpflichtet, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das gesundheitliche und physische Belastungen reduziert. Dazu gehören präventive Massnahmen, klare Prozesse und eine offene Gesprächskultur.
Auch die Angestellten stehen in der Pflicht. Jennifer Heise, Leiterin der Swico-Branchenlösung: «Mitarbeitende müssen sich an Regelungen und Weisungen halten und offensichtliche Missstände melden.» Ebenso wichtig sei es, Warnsignale bei sich selbst und bei Kolleginnen und Kollegen ernst zu nehmen und bei Bedarf Unterstützung anzufordern. «Nachhaltige Lösungen entstehen nur, wenn Arbeitgeber und Mitarbeitende gemeinsam Verantwortung übernehmen», ergänzt Heise.
Unterstützung für KMU
Doch viele mittlere und kleine Unternehmen aus der Digitalisierungsbranche verfügen nicht über eigene Fachstellen oder eigenes Personal für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Hier setzt die Swico-Branchenlösung an. Die Mitglieder werden eng begleitet im Prozess, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz einzuführen und auszubauen. Sie werden aus- und weitergebildet und erhalten Zugang zu einer Dokumentationsplattform mit Vorlagen, Merkblättern und Checklisten. So können auch kleinere Unternehmen professionell handeln, ohne Strukturen dafür aufbauen zu müssen.
Sicherheit mit Mehrwert
Damit Arbeitssicherheit im Unternehmensalltag präsent bleibt, setzt die Branchenlösung auf praxisnahe und interaktive Formate. An den jährlichen ERFA-Tagungen werden Sicherheitsbeauftragte und Mitarbeitendenvertretungen nicht nur fachlich geschult, sondern auch praktisch und spielerisch: «Wir durchforsten beispielsweise einen Escape Room nach Gefährdungen oder nutzen VR-Brillen, um Unfallprävention aus einer völlig neuen Perspektive zu erleben», erklärt Heise.
Was die Zahl der Absenzen verrät
Die Auswertung der Daten von 72 angeschlossenen Mitgliedsunternehmen mit knapp 13’000 Mitarbeitenden zeigt: Beschäftigte in der Branche wiesen im vergangenen Jahr durchschnittlich 7,6 Krankheitstage auf. Solche Ausfälle von Mitarbeitenden reichen weit über die reine Abwesenheit hinaus: Projekte verzögern sich, Wissen fehlt kurzfristig und Teammitglieder müssen Mehrarbeit leisten. Für das Unternehmen entstehen zusätzliche Kosten und Risiken.
Um Risiken frühzeitig zu erkennen, ist es deshalb wichtig, dass Unternehmen ihre Zahlen kennen. «Der erste Schritt ist, Transparenz zu schaffen», sagt Heise. Denn: «Wer erkennt, wo die Belastungen liegen, kann gezielt handeln.»
Gesunde Kultur als Wettbewerbsvorteil
Viele Probleme lassen sich mit einfachen Massnahmen entschärfen. «Eine offene und wertschätzende Kultur, in der alle Mitarbeitenden ernst genommen werden und respektvoll miteinander umgehen, sollte der Mindestanspruch jedes Unternehmens sein», betont Heise.
Gerade in der ICT-Branche, in der Wissen und Menschen die wichtigste Ressource sind, wird Arbeitssicherheit zu einem strategischen Erfolgsfaktor. Unternehmen, die Belastungen früh erkennen und gezielt Massnahmen ergreifen, stärken nicht nur die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden, sondern auch ihre eigene Leistungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit.
Quelle: Swico
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Jennifer Heise, Spezialistin für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, hilft Ihnen gerne weiter.