Steigende Speicherpreise verändern Kostenstruktur bei Smartphones
Quelle: Counterpoint

Steigende Speicherpreise verändern Kostenstruktur bei Smartphones

Stark gestiegene Preise für DRAM- und NAND-Speicher treiben die Produktionskosten von Smartphones deutlich nach oben. Bei günstigen Geräten machen Speicher über 40 Prozent der gesamten Materialkosten aus.
10. März 2026

   

Die zuletzt deutlich gestiegenen Preise für Speicher treiben die Produktionskosten von Smartphones nach oben und verändern die Kostenstruktur der Geräte. Das schreiben die Marktforscher von Counterpoint Research in einem Bericht. Demnach stiegen die Preise für DRAM-Speicher im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorquartal um mehr als 50 Prozent. NAND-Flash verteuerte sich im selben Zeitraum gar um über 90 Prozent. Diese Entwicklung wirkt sich laut Counterpoint direkt auf die sogenannten Bill-of-Materials-Kosten (BOM) von Smartphones aus.

Besonders stark betroffen ist das Einstiegssegment mit Geräten unter 200 Dollar Grosshandelspreis. Bei einer typischen Speicherkonfiguration mit 6 GB LPDDR4X und 128 GB eMMC könne der Anteil der Speicherkosten im ersten Quartal 2026 auf rund 43 Prozent der gesamten Gerätekomponenten steigen. Insgesamt könnten die BOM-Kosten in diesem Segment um rund 25 Prozent gegenüber dem Vorquartal zunehmen.


Auch Geräte der mittleren Preisklasse zwischen 400 und 600 Dollar sind betroffen. Bei einer Ausstattung mit 8 GB LPDDR5X und 256 GB UFS 4.0 könnten DRAM und NAND im ersten Quartal rund 14 beziehungsweise 11 Prozent der Materialkosten ausmachen. Laut Counterpoint könnten diese Anteile bis zum zweiten Quartal auf etwa 20 und 16 Prozent steigen.

Im Premiumsegment mit Geräten über 800 Dollar kommen zusätzlich steigende Kosten für leistungsfähige Chipsätze hinzu. Für Smartphones mit 16 GB LPDDR5X und 512 GB UFS 4.1 könnten die Materialkosten laut Analyse bis zum zweiten Quartal 2026 um 100 bis 150 Dollar steigen. Der Anteil von DRAM und NAND an den Gesamtkosten könnte dann rund 23 beziehungsweise 18 Prozent erreichen.
Laut dem Bericht von Counterpoint geraten Hersteller dadurch zunehmend unter Druck, Kosten, Margen und Absatzziele auszubalancieren. Besonders Anbieter, die stark auf günstige Modelle setzen, könnten kurzfristig Einbussen hinnehmen müssen. Als Reaktion passen Hersteller laut der Analyse ihre Produktstrategien an. Dazu zählen eine Reduktion geplanter Stückzahlen bei Einstiegsmodellen sowie Anpassungen bei der Geräteausstattung, etwa durch einfachere Hardwarekonfigurationen. Nichtsdestotrotz rechnen die Marktforscher damit, dass die Hersteller die steigenden Kosten teilweise an Konsumenten weiterreichen werden. Für günstige Smartphones könnten die Verkaufspreise 2026 um etwa 30 Dollar steigen, so die Prognose. Bei einzelnen Premiumgeräten seien Aufschläge von 150 bis 200 Dollar möglich. (mw)


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