Die stark gestiegenen Preise für DRAM- und NAND-Speicher, die Vergleich zum Vorquartal um mehr als 80 Prozent gestiegen sind, haben die Stückkosten von Smartphones im zweiten Quartal 2026 deutlich erhöht. Das schreiben die Marktforscher von Counterpoint Research.
Besonders stark betroffen sind günstige Smartphones. In diesem Segment stiegen die Komponentenstückkosten gegenüber dem Vorjahr um rund 70 Prozent, wobei der Anstieg laut Counterpoint nahezu vollständig auf die höheren Speicherpreise zurückzuführen ist. Viele Hersteller hätten deshalb ihre Bestellungen für Einsteigermodelle reduziert und ihr Portfolio angepasst. Im mittleren Preissegment erhöhten sich die Stückkosten um 52 Prozent. Speicher macht dort inzwischen rund 40 Prozent der gesamten Materialkosten aus. Um die Kosten zu begrenzen, verbauen Hersteller laut Counterpoint teilweise weniger leistungsfähige Prozessoren oder Kamerasysteme.
Auch Premium-Smartphones verteuerten sich. Hier stiegen die Materialkosten im Jahresvergleich um fast 50 Prozent. Erstmals ist dabei der DRAM-Speicher der teuerste Einzelposten und hat den Prozessor überholt. DRAM und NAND machen inzwischen 43 Prozent der Materialkosten aus, während aufs SoC 24 Prozent und die Kamera 11 Prozent entfallen. Anfang 2025 waren DRAM und NAND für 13 Prozent der Materialkosten verantwortlich.
Counterpoint erwartet, dass die Einführung von 2-Nanometer-Prozessoren die Materialkosten künftiger Spitzenmodelle zusätzlich erhöhen wird. Trotz steigender Verkaufspreise dürften die Gewinnmargen von Flaggschiff-Smartphones deshalb vorerst unter dem Niveau vergleichbarer Modelle aus dem Jahr 2025 bleiben.
(mw)